Als technischer Analyst lohnt es sich gerade in Phasen erhöhter Volatilität, bewusst einen Schritt zurückzutreten und das große Bild zu betrachten. Genau das tun wir heute mit Blick auf den S&P 500 im Wochenchart – dem global führenden Aktienindex.

Wir beginnen unsere Betrachtung am Corona-Tief im März 2020 bei 2.216 Punkten. Von dort aus entwickelte sich eine dynamische Aufwärtsbewegung, die durch massive Liquidität und fiskalpolitische Impulse getragen wurde.

Auf Basis einer Fibonacci-Projektion – unter Verwendung des Hochs aus dem Jahreswechsel 2021/2022 und des Tiefs aus Oktober 2022 – ließ sich ein Kursziel bei 6.174 Punkten ableiten (100 %-Extension). Dieses Projektionsziel wurde im Juni 2025 erreicht und damit vollständig abgearbeitet.

Im Anschluss setzte sich die Aufwärtsbewegung fort und führte zu neuen Allzeithochs im Januar und Februar 2026 im Bereich von knapp 7.000 Punkten. Sie mündete zuletzt in eine dreiwöchige Korrekturphase, deren Auslöser bekannt sind .

Aus technischer Sicht rückt nun eine zentrale Unterstützungszone in den Fokus: 6.200 bis 6.175 Punkte
Diese Zone ist wichtig, da sich hier mehrere technische Faktoren überlagern:

  • 100%-Projektion ausgehend vom Corona-Tief
  • 61,8%-Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung seit April 2025
  • Obere Begrenzung der Ichimoku-Wolke im Wochenchart

Mögliche Szenarien:

  • Bullishes Szenario:
    Ein Halten dieser Zone würde die übergeordnete Aufwärtsstruktur bestätigen und könnte als Basis für eine erneute Impulsbewegung dienen.
  • Bearishes Szenario:
    Ein signifikanter Bruch dieser Unterstützung würde eine tiefere Korrektur wahrscheinlich machen. In diesem Fall liegen die nächsten markanten Unterstützungen im Bereich um 5.200 Punkte (200 Wochendurchschnitt) bzw. der Bereich um 4.830 bis 4.850 Punkte (Hoch vom Januar 2022 bzw. Tief vom April 2025).

Fazit:
Die kommenden Handelswochen haben eine hohe technische Relevanz. Der Markt steht an einer kritischen Schwelle, an der sich entscheidet, ob es sich lediglich um eine gesunde Konsolidierung im Bullenmarkt handelt – oder um den Beginn einer ausgeprägteren Korrekturphase.

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