Die aktuelle Marktphase ist geprägt von hoher Volatilität und Unsicherheit. In einem solchen Umfeld ist es sinnvoll, bewusst einen Schritt zurückzutreten und die übergeordnete Struktur zu analysieren. Genau das tun wir hier mit einem Blick auf den DAX im Wochenchart.

Ausgehend vom Corona-Tief im März 2020 bei 8.255 Punkten etablierte sich ein langfristiger, dynamischer Aufwärtstrend. Diese Bewegung wurde zwischenzeitlich durch die Korrektur bis zum Tief im September 2022 unterbrochen, stellte jedoch letztlich eine gesunde Konsolidierungsphase innerhalb des übergeordneten Bullenmarktes dar.

Auf Basis einer Fibonacci-Projektion – unter Verwendung des Hochs aus November 2021 und des Tiefs aus September 2022 – ergab sich ein Kursziel bei 24.519 Punkten (162%-Extension). Dieses Projektionsziel wurde im Sommer 2025 vollständig abgearbeitet.

Im Anschluss markierte der DAX im Januar und Februar 2026 neue Hochs, bevor es in den letzten drei Wochen zu einer spürbaren Korrektur kam. Die Gründe hierfür sind marktbekannt und spiegeln das aktuell fragile Sentiment wider.

Technisch betrachtet bleibt das übergeordnete Bild jedoch noch konstruktiv:
Im Wochenchart verläuft eine saubere Aufwärtstrendlinie, die sich über die markanten Tiefpunkte im September 2022, November 2023 und April 2025 definieren lässt. Diese Trendlinie ist bislang intakt und fungiert weiterhin als zentrale strukturelle Unterstützung.

Aktuell verfügt der DAX noch über einen Puffer von rund 1.200 Punkten bzw. etwa 6 %, bevor diese Trendlinie signifikant getestet wird.

Zusätzlich verstärkt wird die Unterstützungszone durch mehrere technische Faktoren:

  • Die untere Begrenzung der Ichimoku-Wolke liegt im Bereich um 21.600 Punkte
  • Das 38,2 %-Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung aus April 2025 verläuft bei 21.268 Punkten

Sollte es zu einem nachhaltigen Bruch dieser Unterstützungen kommen, rückt die nächste signifikante Haltezone in den Fokus: die 200-Wochen-Linie bei aktuell 18.521 Punkten. Diese fungiert als langfristiger gleitender Durchschnitt und hat historisch eine hohe Bedeutung als Trendfilter.

Fazit:
Der DAX befindet sich aktuell in einer Korrektur innerhalb eines intakten langfristigen Aufwärtstrends. Die kommenden Handelstage – insbesondere die nächste Woche – dürften richtungsentscheidend sein. Ein Halten der beschriebenen Unterstützungszone würde das bullische Gesamtbild bestätigen, während ein Bruch das Risiko einer ausgeweiteten Korrektur deutlich erhöhen würde.

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